Konzentrationstraining

  “Konzentration ist die Kunst, dort zu sein, wo man ist.”                                                         (Andreas Tenzer, 1954, Philosoph und Pädagoge)

Seit dem Schuljahr 2014/15 führe ich mit Schülern der 3./4. Klassen ein Entspannungs- und Konzentrationstraining in Kleingruppen durch. Entspannungs- und Konzentrationsfähigkeit gehören eng zusammen. Auf der Fähigkeit sich zu entspannen entfaltet sich erst die Fähigkeit sich zu konzentrieren. Die Grundgedanken dieses Projekts erfolgen auf dem Prinzip des Marburger Konzentrationstrainings.

Jede Gruppe trifft sich parallel zum Unterricht des Klassenlehrerteams insgesamt 10 Stunden. In dieser Zeit wird in Absprache mit den Lehrern nichts Neues eingeführt. Sie bekommen als Erziehungsberechtigte einen Elternbrief, sofern Ihr Kind einer Gruppe angehört. Kriterien für die Teilnahme ergeben sich der nachfolgenden Beschreibung der Zielgruppe:

Viel Sinn macht das Training bei Schülern, die…

wenig System in der Durchführung einer Aufgabe haben.

viel Zeit benötigen, um mit der Bearbeitung einer Aufgabe zu beginnen.

… bei Fehlern aufgeben.

ungenau arbeiten.

… Störreize schwer ausblenden können.

Gemeinsam mit den Klassenlehrern werden (wie bei jedem Förderunterricht) die potentiellen Teilnehmer besprochen und anhand von Kriterien (Schülereinschätzung/Lehrereinschätzung) herausgesucht. Ziel ist es, möglichst vielen Kindern die Möglichkeit der Teilnahme zu geben, da diese auch präventiv wirken kann.

Weniger Sinn macht dieses Training bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Bereich (diese müssen zuerst anders gelöst werden) sowie bei Kindern mit starker Tendenz zu ADS/ADHS, da dieser Förderbedarf langerfristiger und komplexer Unterstützung durch Ergotherapeuten und Psychologen bedarf.

Die Entspannungsphasen werden mit Musik und Fantasiegeschichten durchgeführt. In den Konzentrationsphasen werden schwerpunktmäßig Muster gezeichnet. Dadurch ist der Erfolg der Aufgabe nicht von einer Vorliebe oder Begabung (Deutsch/Mathe) abhängig. Durch die immer gleichen Aufgabenformate haben die Schüler die notwendige Aufmerksamkeit sich um das Kernstück dieses Trainings zu kümmern:  der Selbstinstruktion  ( dem inneren Mitsprechen ).